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Tous les éditos > Die neuen Kasualien für Begräbnisse und Hochzeiten (15/12/2014)


Das ungewöhnliche Wort « Kasualien » bezeichnet die Geldsumme, die eine Familie der katholischen Kirche anlässlich von Beerdigungen, Hochzeiten oder anderen religiösen Handlungen übergibt. Es handelt sich nicht um einen Tarif oder einen Preis im eigentlichen Sinne, denn es geht darum, eine Größenordnung für eine Spende vorzuschlagen, die die Kosten der religiösen Feier in der Pfarrkirche decken soll. Wenn eine Familie aus wirtschaftlich bedingten Armutsgründen nicht in der Lage ist, Kasualien zu leisten, dann macht sie es einfach nicht.


 


Um das System der verschiedenen französischsprachigen Bistümer anzugleichen, haben die Bischöfe im französischsprachigen Teil Belgiens beschlossen, die Kasualien für Beerdigungen und Hochzeiten ab dem 1. Januar 2015 auf 160 Euro anzuheben. Die Aufteilung zwischen den verschiedenen Personen, die an der Zelebration beteiligt sind, steht jedem Bistum frei. Es ist nicht so, dass der Priester, der Diakon oder die Laien, die die Zeremonie abhalten, die Gesamtsumme von 160 € erhalten! Ganz im Gegenteil: Das meist ehrenamtliche Personal wie der Sakristan und der Organist müssen berücksichtigt werden. Dazu kommen die Kosten für Heizung und Strom sowie für die Ausstattung der Kirche, in der die Zelebration stattfindet. Schließlich gibt es noch eine Beteiligung an den Kosten für die Betreuung und Schulung der Personen, die mitwirken, eine Aufgabe, die durch das Bistum und den Pfarrverband vor Ort gewährleistet wird.


 


Im Bistum Lüttich werden die Kasualien in Höhe von 160 € wie folgt aufgeteilt. Der Zelebrant (Priester, Diakon oder Laie) erhält 20 €. Gibt es mehrere Zelebranten, so wird diese Summe unter ihnen aufgeteilt. Der Organist oder der Vorsänger erhält 30 € für seine musikalische Darbietung während der Liturgie, die ein besonderes Können erfordert. Der Sakristan erhält 25 € für die Vorbereitung der Kirche vor und nach dem Gottesdienst. Die Kirchenfabrik erhält 50 €, um die gebäuderelevanten Kosten zu decken: Heizung, Beleuchtung, Material für die Liturgie, Unterhalt und Reinigung. Der Bischof erhält 25 € für die geleistete Schulung und Betreuung der Personen, die die Zelebration ausführen. Der Pfarrverband erhält 10 € für die Begleitung, die sie den Teams bietet, die Beerdigungen und Hochzeiten vorbereiten.


 


Da es in einem Beerdigungsinstitut keinen Trauergottesdienst oder keine Begräbnisfeier geben darf, sondern nur in einer Pfarrkirche, sind keine Kasualien für ein Gebet im Beerdigungsinstitut vorgesehen, sei es für die Totenwoche oder für den Tag der Beerdigung. Diese Verfügung gilt in allen Bistümern Belgiens.


Was die Krematorien (Robermont und Welkenraedt) betrifft, so kann dort eine Begräbnisfeier zelebriert werden. Die Kasualien belaufen sich weiterhin auf 75 Euro. Die verantwortlichen Diakone entrichten dem Bistum den Teil (25 € oder gegebenenfalls 50 €), der ihm zukommt.


 


Diese Verfügungen sollen dazu dienen, dass Beerdigungen mit Sorgfalt und in Würde gefeiert werden. So können die Priester und die Teams, die sich um Beerdigungen kümmern, den Erwartungen und dem Schmerz der Trauerfamilien gerecht werden und Zeugen des evangelischen Geistes sein, der den Leidenden Aufmerksamkeit schenkt. Sie werden zusammen mit den Lebenden dafür beten, dass die Seele des Verstorbenen in Friede ruhen möge und vom Vater der Barmherzigkeit aufgenommen werde.


 


Für die Hochzeiten wünschen wir gleichermaßen, dass diese mit Sorgfalt gefeiert werden und jeden Teilnehmer öffnen für den Geist der Liebe, zu dem die frisch getrauten Eheleute sich bekennen.


 


 


Lüttich, den 12. Dezember 2014


 


+Jean-Pierre Delville, Bischof von Lüttich



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