Notre évêque nous parle

Tous les éditos > Predigt vom 20. April 2016 in St. Vith - Pastoralbesuch im Dekanat Eifel (21/04/2016)


 


Liebe Schwestern und Brüder,


 


 


Jesus sagt uns im Evangelium, das wir soeben gehört haben (Joh 12, 44-50): « Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe. » Dieser Satz ist sehr aktuell. Viele Menschen leben heute in den Dunkelheiten unserer Welt. Seit den Anschlägen von Brüssel haben wir begriffen, dass die Gewalt, die anderswo bereits existierte, auch vor Belgien nicht Halt macht; und dass diese Gewalttaten manchmal sogar in unserem Land vorbereitet wurden. Wir verstehen jetzt besser, dass es Länder gibt, in denen der totale Krieg herrscht, so dass die Menschen gezwungen sind zu fliehen, und dann als Flüchtlinge an unsere Tür klopfen. Da es nicht einfach ist sie aufzunehmen, wollte Papst Franziskus durch den Besuch der Flüchtlinge auf der Insel Lesbos in Griechenland am vergangenen Samstag ein starkes Zeichen setzen. Dies tat er gemeinsam mit dem orthodoxen ökumenischen Patriarchen Bartholomäus.


 


Und er ließ seinen Worten Taten folgen, indem er drei muslimische Flüchtlingsfamilien von dort in den Vatikan aufnahm. Der Papst wollte, wie auch Jesus, ein Licht für uns sein. Er lädt uns ein, die Dunkelheiten, die in der Welt existieren, zu erkennen und zu verstehen und in ihnen ein neues Licht zu bringen. Manchmal ist die Finsternis uns sehr nahe: da sind die Menschen, die an Krankheiten leiden, oder die, die in ihrer Seele leiden; es gibt auch die am Rande gedrängten Menschen, es sind die jungen Menschen in Schwierigkeiten und die Familien, die Probleme haben. Jesus verzweifelt nicht angesichts dieser Situationen. Er gibt uns eine Botschaft, die die schwierigen Situationen ergründet und seinen Geist der Liebe, der diesen entgegentritt. Jesus lässt uns angesichts der Finsternis dieser Welt nicht allein. Er gibt uns sein Evangelium und seine göttliche Kraft.  Und er selbst fügt hinzu: Alles, was er uns gibt, kommt von seinem Vater. Daher hat es göttliche Kraft.


 


Diese Macht der Liebe ist stärker als die Gewalt in der Welt. Aber wir müssen sie in unser Leben umsetzen. Wir müssen zu Missionaren dieser Botschaft der Liebe und des Lichtes Christi werden. Es ist wie bei den Menschen, von denen in der ersten Lesung erzählt wird: In der Gemeinschaft von Antiochien beschloss man, Barnabas, Saul und Johannes-Markus frei zu geben für den Missionsdienst, zu dem Gott sie berufen hat, obschon  sie nützlich für Antiochien, eine der größten Städte Syriens und die größte christliche Gemeinschaft der damaligen Zeit, waren.  Dort selbst nannte man die Jünger zum ersten Mal « Christen », das heißt « Anhänger Christi ».


Nun, trotz der großen Seelsorgsarbeit in der Gemeinschaft von Antiochien stimmte diese zu, sich von den drei Männern, die zum Missionsdienst nach Europa geschickt werden, nämlich nach Zypern und anschließend nach Griechenland, zu trennen.


Es ist ihnen zu verdanken, dass das Evangelium schließlich im 4.ten Jahrhundert mit dem Heiligen Servatius zu uns kam, der wahrscheinlich auch aus Syrien stammte und der erste Bischof von Tongern wurde.


 


Also, liebe Schwestern und Brüder, auch wir müssen heute Missionare sein, wie Jesus es uns an‘s Herz legt, um mit ihm das Licht in die Welt zu bringen, und dies besonders zu denen, die leiden und in Schwierigkeiten sind.


 


Danken wir Gott für das Vertrauen, das er uns schenkt und bitten wir mit ganzem Herzen, dass sein Licht die Dunkelheit in unserer Welt überwinde!


 


Amen. Halleluja!


 


Mgre Jean-Pierre Delville,


Ihr Bischof



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