Notre évêque nous parle

Tous les éditos > Bischof Jean-Pierre Delville wird von Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz empfangen (31/03/2014)


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
Sehr geehrte Damen und Herren Minister,
Sehr geehrte Damen und Herren,


Ich freue mich sehr, heute am Sitz der deutschsprachigen Gemeinschaft empfangen zu werden und die Arbeitsweise der Gemeinschaft und ihre Verwirklichungen zu entdecken.


Die katholische Kirche ist im deutschsprachigen Gebiet sehr präsent und eng in das Leben der Gemeinschaft eingebunden. Ich persönlich habe das deutschsprachige Gebiet durch meinen Orgellehrer, Hubert Schoonbroodt, kennengelernt, ein leidenschaftlicher Musiker, der bei seinen Studenten große Begeisterung weckte. Anschließend durch meinen Deutschlehrer, Herrn Drösch, und letztendlich durch meine Studenten im Seminar, die heute Priester und sogar Dechanten geworden sind: Ich denke hier ganz besonders an die Pastöre Helmut Schmitz und Claude Theiss. Letzterer hat die Nachfolge von Pastor Jean Pohlen angetreten, der zurzeit Bischofsvikar für das deutschsprachige Gebiet ist.


Die Deutschsprachigen haben eine andere Mentalität als die Wallonen. Durch ihre Sensibilität und ihre Gewissenhaftigkeit tragen sie zur Dynamik unseres Bistums bei. Es ist eine Bereicherung für das Bistum und die Provinz Lüttich, zwei Sprachgruppen zu haben, die eine latinischen Ursprungs und die andere germanischen Ursprungs. So treffen die beiden großen Kulturen, die Europa gegründet haben, aufeinander. Wir wissen, dass dies nicht einfach war, insbesondere während der beiden Weltkriege. Doch diese Tradition reicht weit zurück. In diesen Gebieten gab es bereits eine Begegnung der Kulturen und Sprachen zur Zeit des „Ancien Régime“, noch vor der französischen Revolution. Eupen war Teil der Grafschaft Limburg, die dreisprachig war, und gehörte zum Bistum Lüttich, das ebenfalls dreisprachig war. Sankt Vith gehörte zum Herzogtum Luxemburg und zum Bistum Lüttich. Amel hingegen gehörte zum Bistum Köln, genauso wie Malmedy. Die Tradition, als Brücke zwischen den Kulturen zu dienen und zum Bistum Lüttich oder zum Bistum Köln zu gehören, geht also weit zurück. Von den Ostbelgiern sagt man daher, sie „arbeiten preußisch und leben französisch“.


Diese Tradition wurde durch meinen Vorgänger, Hochwürden Aloys Jousten, weitergeführt, der hier aus der Gegend stammt und das Bistum Lüttich während 12 Jahren, von 2001 bis 2013 erfolgreich geleitet hat. Der aktuelle Bischofsvikar ist Jean Pohlen, dem ich für sein Engagement danke. Ab dem 1. September wird Frau Fina Keifens, Moderatorin des Seelsorgerates, seine Nachfolge antreten. Es war mein Wunsch, vier Prioritäten für das Bistum festzulegen, die insbesondere von Papst Franziskus inspiriert sind.


1. Wir müssen in unseren Pfarren und Gemeinschaften einen privilegierten Platz für die Integration der Armen und den Dialog für den Frieden schaffen.


2. Wir sind alle Akteure, was die Verkündigung des Evangeliums angeht.


3. Wir müssen in unseren Gemeinschaften einen Freundschaftsgeist wecken, ein Zeugnis von gegenseitiger Liebe, eine wahre Zusammengehörigkeit.


4. Die Menschen in unserer Zeit sind auf der Suche nach Spiritualität. Es ist wichtig, auf diese Erwartungen einzugehen.


Ich hoffe, dass die christlichen Gemeinschaften auf dieser Grundlage eine tiefgreifende und qualitative Entwicklung im Dienste an das gesamte Gebiet durchleben können. Ich hoffe, dass wir dank der Modernisierung der Strukturen unseren Glauben ausstrahlen können, ausgehend von den Pfarren, den Schulen und den christlichen Bewegungen. So wird eine Modernisierung ins Leben gerufen. Diese hat insbesondere hier angefangen durch das neue Gesetz über die Kirchenfabriken, das uns als Beispiel dient. Sie wird weitergeführt durch Initiativen der Evangelisierung, die an verschiedenen Stellen stattgefunden hat. Und sie breitet sich weiterhin aus in den Kontakten mit den anderen Kontinenten, die von verschiedenen Pfarren unterhalten werden und durch die das Engagement von hiesigen Priestern auf anderen Kontinenten bekannt wird. So kann unser Glaube auch im Rahmen der Globalisierung seinen Platz finden.


Ich danke Ihnen nochmals für den herzlichen Empfang von heute und für die Zusammenarbeit mit unseren Institutionen. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft der Gemeinschaft alles Gute.


+ Jean-Pierre Delville
Bischof von Lüttich
31. März 2014



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