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31. Sonntag C im Jahreskreis - Predigt zur Firmung in Sankt Vith


am 29. Oktober 2016


 Jean-Pierre Delville, Bischof von Lüttich


 


Liebe Brüder und Schwestern,


Liebe Firmlinge,


Wir feiern heute die Firmung der Jugendlichen in den Pfarreien von St. Vith. Dies ist ein Tag, an dem der Glaube gefeiert wird. Es ist ein Fest für die Jugend, eine Feier der Freude und Hoffnung!


Jeder Firmling schrieb mir einen Brief mit der Bitte das Sakrament der Firmung zu empfangen. Vielen Dank für diese Briefe!


Ich konnte in diesen Briefen einige Glaubensbekenntnisse lesen. Zum Beispiel, schreibt einer von euch: « Den heiligen Geist zu empfangen bedeutet mir, noch einmal daran erinnert zu werden, dass ich Gott immer bei mir habe und dass ich bei Kummer nicht alleine bin ». Ein anderer schreibt: « Ich denke Gott kann mich in meinem Alltag beschützen und begleiten, bis ich sterbe. » Und auch: « Trotz allem glaube ich sehr fest dass das Beten mir hilft in meinem Leben. »


Viele von euch haben Hoffnungen für die Zukunft:


« Ich möchte die Firmung machen, um mich auf dem weiterem Glaubensweg  führen zu lassen  und annehmen was auf mich zukommt ».


« Ich mache die Firmung, um meinen Glauben zu stärken und den Heiligen Geist zu empfangen ».


« Ich erwarte mir von der Firmung einen Impuls der mir hilft meinen Glauben neu zu entdecken ».


« Ich wünsche mir vom Heiligen Geist, dass ich die Kraft finde im Sinne eines guten Menschen zu handeln und mein Leben danach zu leben ».


« Ich lasse mich firmen damit ich den Bund mit Gott erneut eingehe und nochmal ‘auffrische’ ».


Ihr habt auch Hoffnungen für die ganze Welt. So schreibt ihr:


« Ich wünsche mir ein wenig mehr Frieden auf dieser Welt ».


« Der Friede bedeutet mir sehr viel im Leben; überall wo Frieden herrscht, lebt Gott ».


« Jesus hat immer gesagt dass es Frieden auf der Welt gelten soll und heutzutage gibt es nur Meinungsverschiedenheiten, Gewalt und Hass. Jeder will nur besser als der Andere sein und muss das Neuste vom Neusten haben. Das war nie das Ziel von Jesus das wir uns so gegenseitig fertig machen. Sein Ziel war es, dass wir uns gegenseitig akzeptieren so wie wir sind ».


Angesichts ihre Fragen und Hoffnungen, möchte ich auf die Stellungnahme von Zachäus, im Evangelien von heute (Luk 19, 1-10), hinweisen. Er ist Chef der Zöllner; ein wohlhabender Mann mit den nötigen Mitteln. Ein bisschen so wie wir! Aber er hegt den Herzenswunsch, einen anderen Sinn im Leben zu finden. Da Jesus in der Stadt verweilt, beschließt Zachäus ihn aufzusuchen, um zu sehen, was für ein Mensch er ist. Zachäus selbst ist jedoch ein kleiner Mensch und geht in der Menge unter; ein bisschen so wie wir... Ein jeder von uns ist durch seine Aktivitäten eingeschränkt. Zachäus beschließt auf einen Baum zu klettern, um eine bessere Sicht zu haben.


Was ist der Baum für mich? Ein Elternteil, Großeltern, ein Vermittler, ein Priester, ein Freund oder eine Freundin, eine besondere Augenblick... Der Baum ist hier ein Freund, ein Moment des Nachdenkens.


Jesus bemerkt Zachäus: er sieht zu ihm hinauf und geht nicht gleichgültig an ihm vorbei. Jesus sieht uns alle! Er sagt ihm: « Zachäus, komm schnell runter von da oben. Ich möchte bei dir heute Gast sein.» Das ist ein starkes Stück! Jesus lädt sich ein! Aber wir sind nicht bereit!


Zachäus füllt sich geehrt, geschmeichelt! Sich beeilend steigt er vom Baum und freut sich darauf, Jesus zu empfangen. Dies ähnelt der heutigen Firmungsfeier: Jesus kommt zu uns, wird Teil von uns und wir teilen mit ihm die Kommunion.


Zachäus fügt noch hinzu, dass er sich ändern wird. « Herr, ich verspreche dir, ich werde die Hälfte meines Besitzes den Armen geben. Und wenn ich jemand zu viel abgenommen habe, will ich es ihm vierfach zurückgeben » Er bestimmt selbst, was es verändern wird! Man kann sein Leben ändern! Was werden wir ändern? Was werden wir teilen?


Einer der Firmlinge schreibt:


« Manchmal, wenn ich etwas Gutes in meinem Leben getan habe, wie zum Beispiel jemandem helfen, oder jemanden trösten der traurig ist, dann war Gott in mir ».


Und so sagt Jesus den Leute: « Heute ist dir und deiner ganzen Hausgemeinschaft die Rettung zuteil geworden. » Das Heil kommt ins Haus von jedem Firmling. Es kommt für uns alle. Die Begegnung mit Jesus verändert und rettet das Leben des Zachäus.


Mit dieser freudigen Botschaft und im Geiste Jesus feiern wir heute die Firmung unserer jungen Gemeinschaftsmitglieder. Das Wort « gefirmt », im Latein confirmari, bedeutet « gestärkt », « stark gemacht ». Dies ist das Gegenteil von « kränklich »; es bedeutet « gefestigt ». Die Firmung festigt den Glauben, macht uns stark im Glauben dank der Gabe des Heiligen Geistes. Lasst uns also die Jugendlichen durch unsere Anwesenheit und unser gemeinsames Gebet stärken. Wir sind alle Zeugen füreinander, und die Anwesenheit der Taufpaten und –Patinnen zeugt davon. Wir sind nicht allein im Leben: eure Paten, eure Eltern, eure Großeltern, eure Geschwister, eure Katecheten und euer Priester sind wie Engel bei euch. Sie bilden die Gemeinschaft des Glaubens und vertreten Christus, der uns hilft und zuhört.


Danken wir Gott, dem Herrn, für diese schöne Feier und lasst uns Eins sein im Glauben, um unseren Brüdern und Schwestern auf der ganzen Welt zu dienen und die Welt besser zu machen! Amen!


+ Jean-Pierre Delville,


Ihr Bischof.



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