Notre évêque nous parle

Tous les éditos > Der Start in das neue Pastoraljahr: Empfang und Höflichkeit in unserem Leben (01/09/2014)


Liebe Brüder und Schwestern,


 


Die Ferien sind vorbei! Ein neues Pastoraljahrbeginnt!


Dies ist immer ein Augenblick voller Hoffnung: Projekte werden formuliert und man trifft neue Personen.Die Ferienzeit war eine erholsame Zeit und hat uns mit neuen Ideen bereichert. Ein neuer Start beginnt, ganz besonders für die Kinder, Studenten und Lehrer. Manchmal ist es auch ein angsterfüllter Augenblick angesichts des Unbekannten oder weil Probleme sich stellen. Vergessen wir nicht, dass der Herr uns in unserem Engagement und in unseren Gemeinschaften begleitet: „Denn wo zwei oder drei versammelt sindin meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt. 18,20)


 


September 2014 - Start in das neue Pastoraljahr


 Ich persönlich habe die Freude, an der Eröffnung des Schuljahres des bischöflichen Zentrums für Aus- und Weiterbildung am 22. September teilzunehmen und am 17. September der Messe anlässlich des Festes des Heiligen Lambertus vorzusitzen, das den Start in das Pastoraljahr der Diözese markiert. Am 14. September wird es mir eine besondere Freude sein, morgens das Fest des glorreichen Kreuzes in der Kirche Sainte-Croix in Lüttich imSinne eines ökumenischen Fortschritts um das Kreuz zu feiern und nachmittags die Priesterweihe von Vincent Drouguet in der Kathedrale zu vollziehen.


 


Auch möchte ich Sie zu der Veranstaltung Menschen und Religionen einladen, die vom 7. bis 9. September in Antwerpen stattfindet und mit dem Gebet der Religionen für den Frieden im Geiste des Treffens von Assisi von 1986 endet. Für den Frieden beten und arbeiten ist heute ein wichtiges Ziel und für jeden Christen prioritär. Ich denke hier ganz besonders an die Länder im Nahen Osten und im Mittelosten, die unter dem Krieg leiden.


 


Die Aufmerksamkeit für den Kleinen und den Bruder, laut Matthäus 18


 Von September bis Oktober werden wir in den Sonntagseucharistien das Evangelium von Matthäus verfolgen, von Kapitel 18 bis Kapitel 22. In Kapitel 18 ist das Wort Jesu von Gemeinschaft geprägt. Es ist das Sonntagsevangelium zumStart in das Pastoraljahr (Mt. 18, 15-20). Meiner Meinung nach eine schöne Herausforderung! Jesus Worte sind hier den Kleinen gewidmet: den Kleinen in der Gesellschaft, dann den Kleinen in der Gemeinschaft. „Wer ist doch der Größte im Himmelreich?“, fragen die Jünger. Jesus antwortet auf den Ehrgeiz der Jünger, indem er ein Kind mitten unter sie stellt. Die Jünger, die zuerst auf ihr eigenes Interesse zentriert waren, sind nun auf ein Kind zentriert, das Schutz und Freundschaft von ihnen erwartet. So lautet unsere erste Mission als Christen: aufmerksam sein für den Kleinen in der Gesellschaft.


 


Anschließend spricht Jesus vom Kleinen in der Gemeinschaft: der Sünder oder derjenige, der Schwierigkeiten bereitet. Jesus gibt uns also eine Richtlinie, um die Liebe innerhalb unseres Gemeinschaftslebens zu leben, zum Beispiel in unseren Pfarren, unseren Häusern oder in unserem Familienleben. Reibungen können vorkommen und manchmal hat man jemandem etwas vorzuwerfen. Jesus wählt hier den Weg der Aussprache: Wir sollen unsere Vorwürfe nicht für uns behalten, sondern es wagen, offen darüber zu sprechen. Mit dem Bruder „unter vier Augen reden“, in einem offenen Dialog. Dies ist die Basis für jede therapeutische Beziehung. Oft neigt man dazu, sich nicht in die Angelegenheiten der anderen einmischen zu wollen. Jesus jedoch schlägt ganz im Gegenteilvor, dass jeder sich um den spirituellen Fortschritt seines Bruders kümmert, ihm hilft voranzuschreiten und Probleme zu bewältigen. Wenn es sich um ein schwerwiegendes Problem handelt, schlägt Jesus vor, sich in einer kleinen Gruppe zu treffen, d.h. mit zwei oder drei Zeugen. Wenn auch dieser Versuch scheitert, schlägt er vor, das Problem in einer ecclèsia, einer Gemeinde, zu besprechen. Matthäus ist der einzige Evangelist, der dieses Wort gebraucht (hier und in Mt. 16,18). Die Entscheidung der Kirche bindet Gott: „Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein.“ So ist Gott mit eingebunden, wenn etwas zum Objekt einer Konzertierung oder eines Friedensweges wird. Außerdem wurde es auch von einem gemeinschaftlichen Gebet getragen.„Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.“Das konzertierte Gebet erreicht Gott; es ist ein Gebet, das in „Sinfonie“ (von sumphônéô, sich einigen) gesprochen wird und uns zu Gott erhebt. Jede Arbeit der Menschen für den Frieden engagiert Gott. Gott unterstützt und erhört sie. Darum fügt Jesus hinzu: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“


 


Empfang und Höflichkeit


 Zu Beginn des Schul- und Pastoraljahres schenkt uns dieses Evangelium Erleuchtung. Nur allzu leicht treten in unseren Gemeinschaften Streitigkeiten und Unstimmigkeiten auf. Jesus zeigt uns einen Weg gegenseitiger Liebe, um diese Probleme zu lösen. Der erste Schritt ist die Höflichkeit. Wenn ich manchmal die harten Worte lese oder höre, die über andere Personen fallen, sage ich mir, dass unter Christen nicht zuerst Liebe gepredigt werden sollte, sondern Höflichkeit und Anstand!Wenn ein Fremder oder ein Neuer in unsere Gruppen oder Gemeinschaften kommt, müssen wir ihn empfangen. Zahlreiche evangelische Gemeinschaften, die für ihren Fundamentalismus verschrien sind, sind gastfreundlicher als unsere eigenen! Wann wird es eine Kommission für den Empfang in den Pfarren geben? Lasst uns also auf einen freundlichen Empfang und Höflichkeit achten! Es ist der erste Schritt auf dem Weg der Liebe!


 


Ihnen allen einen guten neuen Start!


Jean-Pierre Delville, Ihr Bischof



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