Notre évêque nous parle

Tous les éditos > Warum nicht eine Basilika des Friedens in Cointe? (01/07/2014)


Liebe Mitchristen im Bistum Lüttich,


 


Die Sommermonate und die Ferienzeit stehen vor der Tür! Ich wünsche euch allen eine erholsame Zeit. Vielleicht ist dies die Gelegenheit für Ausflüge und Reisen? Die Ferien sind eine privilegierte Zeit, um die Welt, andere Kulturen, andere Länder, andere Sprachen zu entdecken. Eine „Reise“ steht einer „Pilgerfahrt“ sehr nahe. Oft beinhaltet eine Reise auch eine Zeit des Pilgerns, einen Augenblick der Spiritualität, der spirituellen Entdeckung. Ich lade euch dazu ein, diesen zu entdecken oder ihn bewusst hervorzurufen.


Während dieser Ferien gibt es auch richtige Pilgerfahrten. Ich möchte an dieser Stelle die Pilgerfahrt nach Lourdes ganz besonders hervorheben. Dieses Jahr feiern wir die 125. Lütticher Pilgerfahrt nach Lourdes. Ich werde diese Pilgerfahrt als Prediger begleiten. Das Thema lautet „Die Freude der Umkehr“. Wir werden dieses Thema in den Fußstapfen von Bernadette verfolgen, indem wir jeden Tag, vom 15. bis zum 21. August, einen neuen Schritt ihrer Umkehr und ihrer Freude nachvollziehen. Die Pilgerfahrt nach Lourdes ist eine besondere Gelegenheit für die Freundschaft mit den Kranken, die von der „Hospitalité“ empfangen werden. Es ist auch die Gelegenheit für Kontakte zwischen den Generationen. Es ist ein Augenblick des gemeinschaftlichen Glaubens, ein Augenblick der Hoffnung auf Heilung, ein Augenblick der Liebe dank des gegenseitigen Austausches. Ich freue mich, daran teilzunehmen, und möchte auch Sie dazu einladen, um somit Ihr Leben unter den Schutz Mariä zu stellen.


Eine andere Pilgerfahrt ist die der Vertreter von zahlreichen Nationen am 4. August in Lüttich zum Gedenken an den Beginn des Ersten Weltkrieges am 4. August 1914. Diese Gedenkfeier wird in unserer Stadt abgehalten, da sie die erste war, die unter dem Krieg von 1914 gelitten hat. Die Feier findet auf der Esplanade von Cointe an der interalliierten Gedenkstätte statt, die mit 75 Metern Höhe über die Stadt Lüttich emporragt, und am Fuße der Basilika Sacré-Coeur, in der lediglich die Krypta zugänglich ist und dem religiösen Kult geweiht ist, während der Rest der Gebäudes seit 2006 gesperrt ist, weil der Gips abbröckelt. Gegenüber von der Eingangstüre findet man unter einer Blattbildung das bewegende Monument zum Gedenken an die afrikanischen Kriegsopfer. Die Gedenkstätte besteht aus den Denkmälern, die von Italien, Frankreich, Rumänien, Spanien, Großbritannien, Polen und Russland errichtet wurden. Am Vorabend der Gedenkfeier, am Sonntag, den 3. August, werde ich die Messe in der Kathedrale mit einem deutschen Bischof, Mgr. Stefan Ackermann, Bischof von Trier, konzelebrieren. Ich möchte somit ein konkretes Zeichen der Wiederversöhnung setzen zu einem Zeitpunkt, wo vergangene Spaltungen wieder an die Oberfläche treten können. Dabei ist eine Idee in mir gereift: Da jedes Land der Alliierten ein Monument zum Gedenken an den Krieg 1914-1918 errichtet hat, wäre es ein starkes Zeichen, wenn ein Denkmal für die Opfer des Krieges in Deutschland und Österreich errichtet würde. Dies wäre in der Provinz Lüttich umso bedeutsamer, da die Kriegsopfer aus Eupen, Malmedy, Sankt Vith, Waismes und Baelen bekanntlich deutsche Bürger waren. So gäbe es für alle Kriegsbeteiligten ein Denkmal und die Gedenkstätte würde zu einem Symbol der Wiederversöhnung. Bei dieser Gelegenheit möchte ich ein Projekt starten zur Restaurierung der Basilika des Sacré-Coeur, die eine Basilika des Friedens und ein Ort für alle Religionen und Überzeugungen werden soll. Die Inschrift auf dem Altar aus Carrara-Marmor lautet Cor Iesu, pax et reconciliatio nostra, miserere nobis. Auf dem zentralen Kirchenfenster findet man die Inschrift „Sacré Coeur, prince de la paix“ (Herz Jesu, Prinz des Friedens). Die Idee, die bei der Fertigstellung des Gebäudes im Vordergrund stand, ist somit nicht der Sieg der Alliierten, sondern der Friede und die Wiederversöhnung. Nach seiner Restaurierung könnte das Gebäude einen Rahmen bieten für Animationen zum Thema Frieden, Dauerausstellungen und interaktive Dokumente, die den Jugendlichen zugänglich wären, sowie für Konferenzen, Friedenstreffen und auch ein Ort des Gebets sein. Dank seiner Nähe zum neuen Bahnhof von Guillemins ist es leicht zugänglich und dadurch, dass es nie geschlossen würde, fände es größeren Zuspruch. Die ständigen Angriffe auf den Frieden, die wir heute kennen, machen dies unumgänglich. Das Attentat auf das jüdische Museum in Brüssel am 24. Mai zeigt uns, dass der in Syrien entwickelte Fanatismus in direkter Weise zu Gewalt in unseren eigenen Regionen und zu Not und Elend in den Ländern führt, die Opfer des Krieges sind. Ein Gegenmittel ist notwendig. Ich appelliere daher an all diejenigen, die guten Willens sind, insbesondere in der Welt der Politiker, um dieses Projekt zu verwirklichen, wenn möglich bis zum Gedenktag des Ende des Krieges in 2018!


Am 15. August werde ich die Messe im Fort Loncin zelebrieren im Gedenken an seine Explosion am 15. August 1914. Visé, Märtyrerstadt, wird der Ereignisse von 1914 ebenfalls gedenken. Im Artikel von Jan De Volder in der aktuellen Ausgabe von Église de Liège wird von der Rolle der Christen während des Ersten Weltkrieges gesprochen und insbesondere von der Rolle von Kardinal Désiré-Joseph Mercier, der von Dom Lambert Beauduin unterstützt wurde.


Im Anschluss an diese Gedenkfeier findet vom 7. bis 9. September in Antwerpen das Treffen „Menschen und Religionen“ statt, das mit dem Friedensgebet der Religionen im Sinne des Treffens von Assisi von 1986 endet. Dieses Treffen wird von der Diözese Antwerpen und der Gemeinschaft S. Egidio zum Thema Peace is the future gemeinsam organisiert. Jeder, der möchte, ist herzlich eingeladen. Nicht weit von uns entfernte Länder leben heute im Schrecken des Bürgerkriegs, und die Christen, die dort leben, sind ganz besonders gefährdet: Ich denke hier vor allem an die Ukraine, an Abkhasien, Syrien, Ägypten, Nigeria, Zentralafrika und den Sudan. Ich denke auch an die verschiedenen Länder des Heiligen Landes, in die Papst Franziskus im Mai gereist ist und für den Frieden und Eintracht gebetet hat. Er hat den ökumenischen Patriarchen Bartholomeus getroffen und mit ihm erneut einen ökumenischen Schritt gemacht.


Während der Sommermonate gehen wir in die normale Liturgiezeit über (14. bis 22. Sonntag) und lesen das Evangelium nach Matthäus von Kapitel 11 bis Kapitel 16. So können wir Jesus begleiten während seinen Begegnungen mit dem ausgehungerten Volk, den Jüngern im Sturm, der Kanäerin, deren Sohn erkrankt war, mit Petrus in Zäsaräa. Wir werden Jesu Worte hören in den Parabeln, seine Worten über den Sämann, die Spreu, den verborgenen Schatz, den Perlenhändler, das Fischernetz, … Bereits ab Anfang Juli werden wir hören, wie Jesus uns gute Erholung wünscht: „Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig ; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ Ich schließe mich seinen Worten an!


Jean-Pierre DELVILLE, euer Bischof



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