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Tous les éditos > Predigt 5. Ostersonntag 2016, Dekanatskirche Sankt-Vithus, St-Vith am 24. April 2016 (24/04/2016)


Predigt 5. Ostersonntag 2016


Jean-Pierre Delville, Bischof von Lüttich


Sankt-Vith


24. April 2016


(Ac 14,21-27 ; Ap 21,1-5 ; Joh 13,31-35)


 


Liebe Brüder und Schwestern,


 


Es freut mich sehr, mich am heutigen Sonntag der meinen Pastoralbesuch im Dekanat Eifel krönt, an Sie zu richten.


 


Es ist eine große Freude, Sie alle, aus verschiedenen Pfarren und Gemeinschaften, hier versammelt zu sehen. Es war mir eine Freude, die unterschiedlichen kirchlichen Realitäten  in Ihrem Dekanat in diesen Tagen zu entdecken. Ich bin viele Personen und gruppen entgegengegangen: Priestern und Diakonen, die Augustinerinne Schwester, die Kontaktgruppen der verschiedene Pfarrverbände, Religionsunterrichter, Katecheten, betagten und kranken Menschen in Seniorenheim, die Beschützende Werkstätte in Meyerode, sowie Mitgliedern der Kirchenfabrikräte, politischen Vertretern, sozial engagierten Organisationen wie Dabei und Patchwork, Flüchtlinge und Gruppen die ihn helfen, Kinder und Landfrauen. Ich habe die Intensität des christlichen Lebens hier gesehen.


 


Es ist ein außergewöhnlicher Glücksfall, dass sich die Liturgie des heutigen Sonntags mit der gegenseitigen Liebe befasst. Jesus sagt uns in der Tat: Ich gebe euch ein neues Gebot, nämlich das ihr einander liebt. Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben “. Das mag utopisch erscheinen; jedoch ohne Liebe wäre die Menschheit ausgestorben! Wenn es keine Liebe in der Familie gäbe, keine Liebe in der Gesellschaft, würde das Leben zur Hölle werden und die Menschheit würde Selbstmord begehen. Diese Liebe, die vor allem in den Familien gelebt wird, hat Franziskus vor kurzem in seinem Apostolischen Schreiben hervorgehoben, einen Text, den er "Amoris laetitia" genannt hat, das heißt "die Freude der Liebe ". Allerdings ist dem Papst sehr wohl bewusst, dass die Liebe komplex ist und viele Schwachpunkte hat. Daher hat er ein ganzes Kapitel den komplexen und unregelmäßigen Situationen gewidmet, in denen manche Menschen leben und betont, dass diese Menschen nicht aus der Kirche ausgeschlossen werden sollen, sondern dass sie über Gespräche und einen offenen Dialog mit Priestern und kompetenten Laien ihren Glauben vertiefen und in der Liebe wachsen können. Die Liebe ist eine langwierige Reise, kein endgültiger Zielpunkt.


 


Leider erlebt die Welt von heute viel Gewalt. Wir haben alle noch die Attentate vom 22. März in Brüssel vor Augen; seither wissen wir, dass die Gewalt, die in anderen Ländern herrscht auch mittlerweile in Belgien angekommen ist, und dass einige Gewalttaten sogar hier bei uns vorbereitet wurden. Wir verstehen nun besser, dass Menschen, die in Ländern leben, wo totaler Krieg herrscht, dazu gezwungen sind, ihr Land zu verlassen und zu Flüchtlingen werden, die an unsere Tür klopfen. Hier im Dekanat sind viele Flüchtlinge in Elsenborn untergebracht und wurden von der christlichen Gemeinschaft unterstützt. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen dafür. Aber es ist nicht selbstverständlich, jemanden aufzunehmen. Daher hat Papst Franziskus, gemeinsam mit dem ökumenischen Patriarchen Bartholomäus der Orthodoxen Kirche, durch seinen Besuch am vergangenen Samstag des Flüchtlingslagers auf der Insel Lesbos in Griechenland ein starkes Zeichen gesetzt. Und er ließ seinen Worten Taten folgen, indem er drei muslimische Flüchtlingsfamilien bestehend aus insgesamt 12 Personen in den Vatikan aufnahm.


Diese Geste wird Alternativen anregen, um Abschiebungen von Flüchtlingen entgegenzuwirken; wie zum Beispiel der Lösungsansatz humanitärer Korridore, über die Flüchtlinge mit gültigen Dokumenten in die EU einreisen und leichter Arbeit finden können.


Dem Beispiel Franziskus folgend, müssen wir mehr gegenseitige Liebe leben. Daran wird man die christlichen Gemeinschaften erkennen, sagt Jesus. Es ist also eine Herausforderung an jede einzelne unserer Gemeinschaften.


 


Liebe Brüder und Schwestern: Dies ist unsere Sendung! Mehr denn je braucht die Welt Liebe! Wir müssen deren Botschafter sein! Papst Franziskus legt uns das in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium, « Die Freude des Evangeliums », auseinander. Er sagt uns, dass wir eine Kirche sein müssen, die nach Draußen geht, auf Sendung. Kirche, schreibt er, ist « die Gemeinschaft der missionarischen Jünger, die die Initiative ergreifen, die sich einbringen, die begleiten, die Frucht bringen und feiern » (EG 24). Der Papst verdeutlicht somit das Profil der Pfarre: « Sie ist eine Gemeinde der Gemeinschaft, ein Heiligtum, wo die Durstigen zum Trinken kommen, um ihren Weg fortzusetzen, und ein Zentrum ständiger missionarischer Aussendung » (EG 28). Dafür ist diese Kirche auch ein Heiligtum in diesem Jahr der Barmherzigkeit.


 


Schon in meiner Konferenz am letzten Mittwoch sagte ich: „Unsere Kirche braucht es gesandt zu sein. Sie muss noch mehr Zeugnis in unserer Gesellschaft ablegen. Sie muss Menschen erreichen, die weit weg von ihr sind. Eine solche Mission übersteigt nicht unsere Fähigkeiten. Man kann einen Sendungsauftrag bestimmen; man kann ihn gezielt umschreiben, man kann ihn vorbereiten.“


 


Also ist es wichtig, dass sich jeder fragt: Was ist mein Sendungsauftrag? Welche Gnadengaben habe ich erhalten - hier in der DG, im Dekanat Eifel? Zu welcher Aufgabe bin ich berufen? Denn Niemand bleibt ohne Auftrag. Jeder muss in seinem Leben eine Aufgabe erfüllen. Aber es ist nützlich zu wissen, wie jeder einzelne seinen Sendungsauftrag in den Dienst aller stellen kann. Hierzu hilft uns die christliche Gemeinschaft, die unseren Sendungsauftrag umrahmt.


 


Also, liebe Brüder und Schwestern, empfangen wir mit Freude diese Botschaft des Evangeliums, die uns voranbringt. Sie gibt uns neue Kraft, eine neue Beauftragung, persönlich oder in Gemeinschaft. Lasst uns Gott danken für die Feier, die er uns heute schenkt. Stellen wir uns, mit unseren bescheidenen Kräften und unserem guten Willen, in den Dienst und der Liebe der anderen. Lasst uns auf das Wort Gottes hören, das ein jedes Leben in einen neuen und ewigen Bund mit Gott und der Menschheit verwandelt.


 


Amen. Halleluja !


 


+ Mgre Jean-Pierre Delville


 


Euer Bischof



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