Notre évêque nous parle

Tous les éditos > Wort des Bischofs - Von der Gewalt zur Menschlichkeit (Ed. 05-06.2016) (27/04/2016)


Von der Gewalt zur Menschlichkeit


 


Liebe Brüder und Schwestern,


 


die Karwoche in unserem Land wurde am 22. März durch die blutigen Attentate in Brüssel gezeichnet. Wie kann diese Woche, die durch Tod überschattet wurde, zu einem Osterfest des Lebens werden? Unsere Gedanken und Gebete waren bei den Opfern und Verwundeten, ihren Familien und Freunden; doch auch alle anderen Bürger waren durch diese feigen Verbrechen betroffen. Unser ganzes soziales Leben gerät durch solche Attentate aus den Fugen; jeder fühlt sich in seiner Tätigkeit und seinem Lebenszweck erschüttert. Ich denke auch an die Kinder und Jugendlichen, die, in Belgien und in ganz Europa, in einem Klima der Angst, der Vorurteile und der Hassreden aufwachsen. Ich denke auch an die vielen Länder, die solche Attentate erleiden, mit meist schwerwiegenderen Folgen als bei uns, und die diese Gewalt täglich erleben. Ich denke an unsere Welt, die solchen wirtschaftlichen Widersprüchen ausgesetzt ist, dass sich viele Menschen radikalisieren und sich der Gewalt hingeben. Das Evangelium ist eine Alternative zur Gewalt und eine der Grundlagen der Menschlichkeit.


 


Die Soziallehre der Kirche verkörpert diese Richtlinien. Der Papst hat dies in der Enzyklika Laudato sì zur integralen Ökologie, einschließlich der menschlichen Ökologie, verdeutlicht. Basierend auf dieser Richtlinie befasst sich auch die Kirche mit der Familie, wie die letzten beiden Synoden und das vor kurzem erschienene Apostolische Schreiben des Papstes, Amoris laetitia (die Freude der Liebe) gezeigt haben. Der Papst betont, dass die Situationen oft komplexer sind und eine Annäherung über einen offenen Dialog erfordern. Familie ist kein internes Problem der Kirche: es ist eher ein globales Problem, mit dem sich die Kirche auseinandersetzt. Wir haben gesehen, dass der Zerfall der Familie zur Entwicklung des Terrorismus beiträgt. Umgekehrt kann der Familiensinn die Radikalisierung bremsen und zur sozialen Solidarität beitragen.


 


Im Mai erleben wir den Höhepunkt der Osterzeit mit Pfingsten und der Gabe des Heiligen Geistes. Dies ist die Gelegenheit, unsere Ortskirche in unser vertrauensvolles Gebet einzubeziehen, vor allem diejenigen, die in diesen Tagen gefirmt werden, und diejenigen, die ihre Erstkommunion feiern oder ihr Taufgelübde erneuern möchten. Ihre Vorbereitung und der allgemeine katechetische Ablauf stehen im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit im nächsten Pastoraljahr. Das Vikariat « Verkündigung des Evangeliums » übernimmt diese Aufgabe, wie Sie dem Artikel von Olivier Windels in dieser Ausgabe entnehmen können. Dies ist eine schöne und große Herausforderung für unsere Diözese!


 


Das Fronleichnamsfest wird von einer großen Konferenz in Lüttich durch Kardinal Oscar Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa (Honduras), am Dienstag, dem 24. Mai um 20.00 Uhr eingeleitet. Es ist eine besondere Ehre, die uns der Kardinal zuteilwerden lässt. Er war sehr betroffen von den Attentaten in Brüssel und wollte meiner Einladung unbedingt folgen. Dies wird eine einmalige Gelegenheit sein, den « ersten Berater » des Papstes zu treffen, das heißt den Koordinator der Gruppe der neun Kardinäle, die den Papst bei der Reform der Kurie unterstützen. Er spricht von der Beziehung zwischen der Barmherzigkeit Gottes und den Einsatz für die Armen. Ich hoffe, dass seine Botschaft ein Ansporn für uns alle sein wird.


 


In diesem österlichen Rahmen engagieren wir uns im Marienmonat: Am 1. Mai beginnt die Pilgersaison in Banneux. Möge Maria uns beschützen und uns in dieser tief erschütterten Welt leiten, möge sie mehr denn je die Jungfrau der Armen sein!


 


 


+ Jean-Pierre DELVILLE, Ihr Bischof



Accéder à tous les éditos