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Tous les éditos > Predigt vom 33. Sonntag im Jahreskreis C - Firmung in Rocherath am 12 November 2016 (12/11/2016)


33. Sonntag im Jahreskreis C - Firmung in Rocherath


am 12 November 2016


Jean-Pierre Delville, Bischof von Lüttich


 


Liebe Brüder und Schwestern,


Liebe Firmlinge,


 


Wir feiern heute die Firmung der Jugendlichen im Pfarrverband Rocherath. Dies ist ein Tag, an dem der Glaube gefeiert wird. Es ist ein Fest für die Jugend, eine Feier der Freude und Hoffnung!


 


L’évangile d’aujourd’hui peut nous perturber et nous mettre mal l’aise (Lc 21,5-19). Jésus parle de jours futurs où il y aura des guerres et des soulèvements, des épidémies et des tremblements de terre. Il est vrai que, depuis l’époque de Jésus, il y en eu des guerres et des catastrophes, des injustices et des épidémies !


Unsere heutige Zeit ist durch solche umwälzenden Ereignisse gekennzeichnet. Wir hören von dem Taifun auf den Philippinen. Wir hören von Krieg in Syrien, im Irak, in Afghanistan; und von Gewalt oder Attentaten in unseren Städten.


Mais il y a aussi des guerres chez nous : des guerres en famille, où, plus qu’autrefois on est divisé et perturbés. Die Gewalt kommt auch von der Angst vor anderen. Wir fürchten uns vor denen, die anders sind, die einer anderen ethnischen Gruppe oder Kultur angehören, eine andere Sprache sprechen. Wir haben Angst davor, uns für ein großes Vorhaben einzusetzen, um das Miteinander in unserem Land und der Welt zu verbessern. Wir haben Angst vor der Zukunft, Angst vor dem was kommt, Angst um unseren Job, unsere Gesundheit, unsere Familie. Also Igeln wir uns ein, suchen Zuflucht in unserem Haus, manchmal in Drogen oder anderen Ablenkungen… Und man wird durch Gewalt und Verachtung versucht. Man beschuldigt die Anderen. Aber das Virus der Verachtung hat langfristige katastrophale Auswirkungen. So führte die Verachtung des jüdischen Volkes zur Shoah, zum Holocaust.


Dabei finden wir uns in dem wieder, was Jesus selbst sagte. Jesus spricht auch von einem Tag der Christenverfolgung, « man wird euch verfolgen… Ihr werdet wegen meinem Namen von allen gehasst werden! » In der Tat wird unsere Botschaft nicht immer gehört... Vielleicht, weil sie stört, denn das Evangelium befreit uns von Egoismus und Gleichgültigkeit!


 


Et nous avons aussi nos guerres intérieures. Chacun de nous vit des perturbations et des divisions internes. Parfois pour des raisons objectives : pour des raisons de santé, de profession, ou des raisons affectives ; mais parfois pour des raisons personnelles subjectives : notre équilibre de vie, nos motivations, nos peurs…. Tatsächlich ist jeder versucht, seine eigenen Interessen zu wahren, Reichtum zu erlangen, seine Überlegenheit gegenüber den  anderen zu zeigen.


 


Quand nous sommes ainsi dans les tracas, nous avons l’impression que nous sommes plongés dedans pour toujours. Nous pensons : pourquoi est-ce que Dieu permet tout cela ? C’est comme quand nous sommes en voiture sur l’autoroute et qu’on est plongé dans l’orage ou dans le brouillard : on ne voit pas la fin ; on a l’impression qu’on y est pour toujours.


 


Mais le malheur n’est pas la fin de tout. Face à tout cela, Jésus nous dit : « Ne soyez pas terrifiés. Ce ne sera pas aussitôt la fin ». Toutes ces choses ne sont pas la fin de tout. La fin, le but, c’est Jésus lui-même. Car Jésus vient à notre rencontre. Jesus lädt uns ein furchtlos zu sein: « Ihr müsst euch nicht um eure Verteidigung sorgen. Ich selbst werde euch eine Sprache und Weisheit vermitteln, die eure Gegner widerstandslos und widerspruchslos machen wird… Euch wird kein einziges Haar gekrümmt. Durch eure Ausdauer werdet ihr das Leben erhalten. » Jesus schenkt uns eine höhere Kraft. Wir sind alle von Gott geliebt.


 


In die Briefe die jeder von euch mir geschrieben hat mit der Bitte das Sakrament der Firmung, habe ich viele Zeugnisse des Glaubens gelesen, so zum Beispiel :


« Ich finde Christ sein ist eine Ehre weil man Gott nah sein darf. »


Ein anderer schreibt: « Vom Heilige Geist wünsche ich mir, dass er mich immer wieder motiviert weiter an Jesus zu glauben. Dass er mich auf meinem Weg begleitet und beschützt. »


Ein anderer schreibt auch: « Ich wünsche mir das als junger Christ dass ich noch viel über Jesus erfahre und er mir immer in Erinnerung bleibt. »


Und auch: « Für meine Freunde und meine Familie will ich Feuer und Flamme sein und für die einfache Dinge im Leben. »


« Ich finde es toll dass Jesus alle Menschen immer gleich behandelt hat und durch seine Werke gezeigt hat wie das Reich Gottes aussieht. 


 


Jesus kündigt also nicht das Ende der Welt an, sondern das Ende einer Welt, einer Welt von Gewalt und Ungerechtigkeit. Er will uns nicht in Panik versetzen, indem er uns diese Gewalt vor Augen führt. Im Gegenteil, er hilft uns, unsere Ängste und Sorgen auszudrücken, um sie hinter uns zu lassen. Er lädt uns ein, unsere Ängste mitzuteilen, damit wir sie verjagen können. Jesus gibt uns Kraft und Schutz. Jesus gibt uns eine höhere Kraft: « eine Stimme und Weisheit », das heißt die Frohe Botschaft des Evangeliums.


 


Deshalb besitzen wir Christen eine Botschaft des Vertrauens in Bezug auf die uns umgebende Angst. Zunächst werden wir in der Not durch die Kraft des Gebetes mit Gott und unseren Mitmenschen (Brüdern) Eins. Und durch die Kraft der Nächstenliebe, werden wir dazu gedrängt uns einzusetzen, den ersten Schritt zu machen. Sie lädt uns ein Zeugnis abzulegen.


 


Darum werden die jungen Menschen hier gefirmt. Das Wort « Konfirmation / Firmung » in Latein confirmari, bedeutet « gestärkt », « stark gemacht ». Dies ist das Gegenteil von « kränklich »; es bedeutet « gefestigt » zu sein. Die Firmung festigt den Glauben, macht uns stark im Glauben dank der Gabe des Heiligen Geistes. Lasst uns also die Jugendlichen durch unsere Anwesenheit und unser gemeinsames Gebet stärken. Wir sind alle Zeugen füreinander, und die Anwesenheit eurer Taufpaten und -Patinnen zeugt davon. Ihr Jugendlichen seid nicht alleine im Leben: eure Paten, eure Eltern, eure Großeltern, eure Geschwister, eure Katecheten und euer Priester sind wie Engel bei euch. Sie bilden die Glaubensgemeinschaft und vertreten Christus, der uns hilft und zuhört.


 


Danken wir Gott, dem Herrn, für diese schöne Feier und lasst uns Eins sein im Glauben, um unseren Brüdern und Schwestern auf der ganzen Welt zu dienen und die Welt besser zu machen! Amen!


 


+ Jean-Pierre Delville,


Ihr und euer Bischof.



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