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Tous les éditos > Wort des Bischofs: Die Verklärung Jesu: ein ansprechendes Bild (EDL Juli-August 2017) (30/06/2017)


Die Verklärung Jesu: ein ansprechendes Bild


Liebe Brüder und Schwestern im Bistum Lüttich,


Der Beginn dieses Sommers bedeutet auch den Anfang der Ferienzeit.


In diesem Jahr ist Lüttich Austragungsort der Weltkonferenz für Geisteswissenschaften, die von der UNESCO vom Sonntag, dem 6. August bis Samstag, dem 12. August unter dem Thema Herausforderung und Verantwortung für einen Planeten im Wandel (http://www.humanities2017.org/) organisiert wird. Wie angekündigt werden rund 1.800 Teilnehmer aus den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Politik aus der ganzen Welt erwartet. Die Sitzungen sind der Öffentlichkeit zugänglich, und ich lade Sie dazu ein, wie ich selbst daran teilzunehmen. Die Themenbereiche umfassen sowohl soziales Engagement, ökologische Ansätze und den Wert der Kultur für das Wohl der Menschheit. Dies sollte uns Anregungen geben!


Die Konferenz beginnt am 6. August, dem Fest der Verklärung Christi. Ich sehe dies als ein Zeichen des Himmels, denn die Verklärung Jesu ist wie ein Kunstwerk, eine kulturelle Erscheinung. Sie war der Vorläufer der Ikonen und Gemälde, die die christliche Kunst später hervorbrachte. Jesus erscheint, wie in einem Triptychon, zwischen zwei Figuren, Moses und Elias (Mt. 17,1-9). Das Bild des verklärten Jesus ist nur eine Vision; und doch ist sie näher an der Wahrheit als die materielle Seite der Dinge: sie eröffnet uns den Sinn des Lebens Jesu, seinen Eintritt in eine Geschichte und seine Zukunftsperspektive. Diese Vision wird von einem Wort begleitet: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören!“ Die Interpretation fügt sich in das Bild, und die Vision führt zum Zuhören und Handeln. Somit lädt uns jedes Kunstwerk zur Betrachtung, zur Interpretation und zum Handeln ein. Dies gilt auch für den christlichen Glauben, denn er ist selbst ein großes kulturelles Fresko, ein Bild, das uns anspricht. Es wird mir daher eine Freude sein, das Fest der Verklärung in der Kathedrale zu feiern, denn es fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag und wird somit liturgisch hervorgehoben.


Lasst uns bei den Bildern bleiben. Die Schatzkammer der Kathedrale wird ab dem 25. August durch eine neue Abteilung bereichert, die dem großen klassischen Maler Bertholet Flémal aus Lüttich (1614-1675) gewidmet sein wird. Er war Domprobst von Saint-Paul und malte Themen, die von christlicher Inbrunst durchdrungen sind. Dies ist eine Gelegenheit, die Geheimnisse des Glaubens, gemalt von einem Mystiker, eingehend zu betrachten. Es ist auch die Gelegenheit, das gesamte Museum sowie dessen jüngste Anschaffungen zu bewundern! Ich lade Sie somit ein, die Kulturschätze unserer Ortskirche zu entdecken. Im Sommer sind die Kirchen häufiger geöffnet als üblich! Besuchen Sie sie!


Am 7. August feiern wir die heilige Juliana von Cornillon. Die diesjährige Eucharistie in Cornillon ist für uns die Gelegenheit, Danke zu sagen für die Karmelitinnen, die seit 1860 in diesem Kloster ansässig sind und diesen Ort mit ihren Gebeten beleben. Wir danken dem Herrn für das Charisma des geweihten Lebens und beten für die Zukunft des Klosters, dem eine Erneuerung des religiösen Lebens versprochen ist. Wir werden der heiligen Juliana huldigen, die diesen Ort seit dem 13. Jahrhundert der Pflege der Kranken und der Entdeckung der Mysterien des Evangeliums geweiht hat. Sie lädt uns zur Kommunion mit dem Geheimnis des Leibes und Blutes Christi ein.


Wenn Sie in Urlaub fahren, besuchen Sie bitte die Kirchen der Länder, die Sie bereisen, zum Gebet. Nehmen Sie an den Gottesdiensten teil und lassen Sie sich dort mit guten Ideen bereichern, die Sie dann zu unserer aller Inspiration mitbringen können! Seien Sie aufmerksam! Vielleicht werden Sie ja Zeuge einer Verklärung oder kommen selber verwandelt zurück!


Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Ferienzeit!


+Jean-Pierre Delville, Ihr Bischof



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