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Tous les éditos > Wort des Bischofs: Empfänglich und ansprechend, sprich christlich! (EDL Nr 5, 09-10.2017) (30/08/2017)


Empfänglich und ansprechend, sprich christlich!


 


Liebe Brüder und Schwestern,


Das Herz voller sommerlicher Erinnerungen, voll von verschiedenen Urlaubserlebnissen, befinden wir uns jetzt wieder überall am Anfang eines Neustarts: in den Pfarrverbänden, in den Schulen, im Diözesanausbildungszentrum, in den Universitäten, den Gerichten, den Parlamenten …! Ein neues Pastoraljahr beginnt!


In unserer Diözese ist dieser Neubeginn durch den Abschluss der Befragung zur Katechese und der Feier der « Katechese-Tagung » am 30. September gekennzeichnet. Wir sammeln hier die Früchte der Überlegungen aller Pfarrverbände. Diese Arbeit wird zu einer Reihe von konkreten Vorschlägen führen, die am 30. September durch Pfarrverbandsdelegierte im Detail besprochen werden. Ich bin erfreut über den progressiven Weg der Überlegungen und über die durch die Beteiligung vieler Menschen gewährleistete, demokratische Durchführung.


Für eine so wichtige Zielsetzung war eine solch große Mobilisierung nötig. Denn tatsächlich ist unser Ziel, die Katechese lebendiger, zielorientierter und vor allem noch missionarischer zu gestalten. Denn Katechese dient nicht nur der Glaubensvertiefung, sondern auch der Einführung in den Glauben für die, die sich von ihm entfernt haben. In dieser Hinsicht müssen wir alle Poren der Haut öffnen, um Träger der Verkündigung des Evangeliums zu sein. In diesem Sommer hatte ich Gelegenheit, die Tiberiade-Gemeinschaft in Lavaux-Sainte-Anne zu besuchen und einen Vortrag für die dort versammelten Familien zu halten. Ihr Gründer Bruder Marc teilte mir beiläufig eine Überlegung mit, die mich getroffen hat. Er sagte: „Eine Gemeinde, die nicht missioniert, ist eine sterbende Gemeinde.“ Dies macht nachdenklich; denn es bedeutet insbesondere, dass der Christ ansprechend sein muss. Und deshalb muss er zunächst empfänglich sein, um auf das Wort Gottes und auf seine Brüder und Schwestern zu hören.


Deshalb möchte ich darauf hinweisen, dass der 30. September auch das Fest des heiligen Hieronymus ist, dem großen Bibelkenner des 4. Jahrhunderts, der die Bibel in Hebräisch und Griechisch lesen wollte, um sie auf dieser Grundlage ins Lateinische zu übersetzen, der Sprache der Menschen seiner Zeit, die Hebräisch oder Griechisch nicht mehr kannten. Er war empfänglich für die biblische Tradition und sprach die Menschen seiner Zeit an. So machte es auch Luther im 16. Jahrhundert, und dies spricht uns auch heute noch am meisten an: er entwickelte die Theologie der Gnade - so zeigt er sich empfänglich für die Gabe Gottes; und er verbreitete den Glauben durch die Erfindung des Katechismus und die Übersetzung der Bibel ins Deutsche – auf diese Weise wirkte er anziehend und missionarisch. Wir werden seiner um den 31. Oktober herum ökumenisch gedenken, dem Datum der Veröffentlichung seiner 95 Thesen im Jahre 1517 in Wittenberg.


Ich schließe mit einem Auszug aus der Liturgie vom 30. September des Propheten Sacharja (Sach 2,15), den ich Ihnen als Zukunftsperspektive zur Meditation hinterlasse: „Und an jenem Tag werden viele Nationen sich dem HERRN anschließen. So werden sie mein Volk sein. Und ich werde in deiner Mitte wohnen.“ So wünsche ich Ihnen allen, dieses neue Pastoraljahr mit Freude und Intensität zu beginnen, in der Hoffnung, dass die Verkündigung des Evangeliums die Einheit der Menschheit begründet. 


+ Jean-Pierre Delville, Ihr Bischof



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