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Tous les éditos > Wort des Bischofs : Abschluss des Jubeljahres, aber kein Ende der Barmherzigkeit! (EdL 11-12.2016) (27/10/2016)


Abschluss des Jubeljahres, aber kein Ende der Barmherzigkeit!


 


Liebe Brüder und Schwestern,


 


Im November leben wir den Abschluss des Jubeljahres der Barmherzigkeit: am 13. November werden die Heiligen Pforten in den Diözesen und am 20. November die Heilige Pforte im Petersdom zu Rom geschlossen, Zeichen für das Ende des Heiligen Jahres. Während dieses Jahres wollte Papst Franziskus, dass wir uns auf die Barmherzigkeit fokussieren, und er wollte uns so ein Schlüsselkonzept seiner Spiritualität vermitteln. Barmherzigkeit ist der Schnittpunkt zwischen Glauben und Handeln. Sie ist zunächst ein Element des Glaubens, eine Eigenschaft Gottes, eine geschenkte Liebesgabe.


 


Des Weiteren ist sie Zeichen unseres Engagements für unsere Brüder und Schwestern in der Welt. Wie der Papst es in Assisi am 20. September selber sagte: « Vor dem gekreuzigten Christus sind wir dazu aufgerufen, das Geheimnis der ungeliebten Liebe zu betrachten und Barmherzigkeit in der Welt zu verbreiten. »


 


Durch die Barmherzigkeit gab Franziskus eine originelle Richtlinie für die Arbeit der beiden Synoden über die Familie und er formuliert in Kapitel 8 von Amoris Laetitia eine Richtlinie bezüglich der Personen, die sich in ihrem Beziehungs- und Familienleben in einer schwierigen und komplexen Situation befinden.


 


Dank der Barmherzigkeit gelang es dem Papst, das Heilige Jahr in Bangui zu eröffnen, der Hauptstadt der Republik Zentralafrika, ein von einem schweren Bürgerkrieg gezeichnetes Land, wo der Norden und der Süden sich bekämpften, unter dem Vorwand eines Konfliktes zwischen Muslimen und Christen. Unter Einsatz seines Lebens beendete der Papst diesen Konflikt. Seine Rede an die muslimische Jugend machte ihn populär, und sie stand anschließend in der ganzen Stadt Spalier. Dank der gemeinsamen Aktion der katholischen, muslimischen und protestantischen Behörden wurde die Instrumentalisierung der Religion durch die Warlords vereitelt. Der neue Staatschef, Präsident Touadéra, konnte die Situation in die Hand nehmen und sie in Assisi, wo ich es mit meinen eigenen Ohren vernehmen konnte, am 18. September den dort versammelten religiösen Führern aus der ganzen Welt erläutern. Er erklärte den Prozess der « Entmystifizierung » des Krieges, die durchgeführt werden musste, um Frieden zu finden: « Dunkle Mächte beuteten die Religion aus, um Krieg zu führen », sagte er. Der Friede ist wirklich das Ergebnis eines Werkes der Barmherzigkeit, das die Christen, inspiriert von Franziskus, gegen alle Widerstände implementiert haben.


 


Während der Diözesanpilgerreise nach Rom traf ich unseren Papst kurz, am Ende der öffentlichen Audienz vom 21. September, dem Fest des Heiligen Matthäus, und konnte ihm das Vertrauen aussprechen, das unser Bistums ihm entgegenbringt. Ich konnte ihn an seine Devise, basierend auf der Gnade und inspiriert durch die Bekehrung des Apostels Matthäus, erinnern: « Miserando atque eligendo »: „indem er ihm Barmherzigkeit widerfahren lässt und ihn auswählt“. Ich habe ihm über das Leben in unserer Diözese berichtet, und er dankte mir für unsere Unterstützung. Die Teilnehmer der Wallfahrt beteten für die Anliegen unserer Ortskirche auf den Gräbern der Apostel und trugen unsere Leiden und Hoffnungen vor den Herrn.


 


Ich lade hiermit jeden ein, seine persönliche Bilanz zum Jahr der Barmherzigkeit zu ziehen und die Früchte für ihn und für die Anderen hervorzuheben. Viele Menschen sind durch die heilige Pforte der neun Jubiläumskirchen unseres Bistums geschritten. Viele Initiativen wurden ergriffen, und das Gebet wurde intensiv gelebt. Ich danke allen, die sich mit Begeisterung engagiert haben. Ich hoffe, dass uns diese tiefe Intuition durch die uns zuteil gewordene Gnade prägt und uns auch für die Zukunft inspiriert.


 


Zum Ende dieses Jahres werden wir Weihnachten, die Geburt Jesu, feiern. Mit den Worten des heiligen Irenäus: Dazu ist das Wort Gottes Mensch geworden und der Sohn Gottes zum Menschensohn, damit der Mensch das Wort in sich aufnehme und, an Kindesstatt angenommen, zum Sohn Gottes werde“ (Adversus haereses 3, 19, 1). Die Gemeinschaft zwischen Gott und den Menschen wird auf herrliche Weise durch den Gesang der Engel zusammengefasst: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!“. Der Heilige Irenäus schließt mit den Worten: „Die Herrlichkeit Gottes ist der lebende Mensch“ (Adversus haereses 4, 20, 7), es ist der Mensch, der Frieden schließt. Also, wenn wir Weihnachten feiern, lasst uns das Fest in Solidarität mit der ganzen notleidenden Menschheit begehen, die auf die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes durch Gesten der Barmherzigkeit wartet.


 


Jean-Pierre DELVILLE, Ihr Bischof.



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