Notre évêque nous parle

Tous les éditos > Predigt vom 21. April 2016 beim Besuch des Seniorenheim in Bütgebach (21/04/2016)


Predigt, Donnerstag 21. April 2016 im Seniorenheim von Bütgenbach


 


Liebe Schwestern und Brüder,


 


Es ist mir eine Freude euch heute zu besuchen: euch, die Heimbewohner, das Pflegepersonal und die Verantwortlichen vom Seniorenheim, sowie  die Kranken- und Seniorenbesucherinnen- und -besucher des Dekanats, und mit euch diese Eucharistie zu feiern. Dies ist ein wichtiger Augenblick, der uns vereint und uns die Kraft der Liebe Jesu spüren lässt.


 


Im Evangelium haben wir gerade gehört (Joh 13,12-20), dass Jesus zu seinen Jüngern spricht, nachdem er ihnen die Füße gewaschen hat. Er gab ein Beispiel von Liebe und Dienst am Nächsten. Er, der Meister, wäscht seinen Jüngern die Füße. Und er fordert sie auf, dies in Zukunft auch zu tun: « Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen ». Mit anderen Worten: Stellt euch in den Dienst der Mitmenschen. Jesus zeigt, dass der Meister sich seinen Dienern gleichstellt. Also sind alle Menschen gleich. Jesus hofft, dass sich seine Botschaft weit verbreitet. Deshalb entsendet er nach dem Mahl seine Jünger mit den Worten: « Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf ». Jesus sendet auch heute noch Menschen aus, um seine Botschaft und seine Taten zu verbreiten.


 


Jesus schickt uns viele Menschen uns zu begegnen: er schickt uns Krankenbesucher, Ärzte, Krankenschwestern, er schickt uns Priester, die mit uns die Eucharistie feiern, er schickt uns unsere Freunde, unsere Eltern und alle diejenigen, die sich um uns kümmern und uns lieben.


Aber Jesus warnt seine Jünger auch vor Verrätern; Menschen, die seine Botschaft verraten, und erwähnt dabei Judas.


 


Auch heute kann man sagen, dass es Verräter gibt: es handelt sich um diejenigen, die seiner Botschaft nicht folgen und Gewalt säen. Nach den Attentaten von Brüssel haben wir begreifen müssen, dass die Gewalt, die in anderen Regionen herrscht auch in Belgien angekommen ist, und dass sie manchmal sogar hier, in unserem Land geplant wurde. Wir verstehen nun besser, dass Menschen, die in Ländern leben, wo totaler Krieg herrscht, dazu gezwungen sind, ihr Land zu verlassen und zu Flüchtlingen werden, die an unsere Tür klopfen. Da es allerdings nicht einfach ist, sie ohne weiteres aufzunehmen, hat Papst Franziskus, gemeinsam mit dem ökumenischen Patriarchen Bartholomäus der Orthodoxen Kirche, durch seinen Besuch am vergangenen Samstag des Flüchtlingslagers auf der Insel Lesbos in Griechenland ein starkes Zeichen gesetzt. Und er ließ seinen Worten Taten folgen, indem er drei muslimische Flüchtlingsfamilien in den Vatikan aufnahm.


Der Papst wollte ein Licht für uns sein, wie Jesus ein Licht ist. Er lädt uns ein, die Dunkelheiten der Welt zu verstehen und zu erkennen, und ein neues Licht dorthin zu bringen.


Manchmal ist diese Finsternis uns sehr nahe: da sind die Menschen, die an Krankheiten leiden, oder die, die in ihrer Seele leiden; es gibt auch die am Rande gedrängten Menschen, es sind die jungen Menschen in Schwierigkeiten und die Familien, die Probleme haben. Jesus verzweifelt nicht angesichts dieser Situationen. Er gibt uns eine Botschaft, die die schwierigen Situationen ergründet und seinen Geist der Liebe, der diesen entgegentritt.


 


Jesus lässt uns angesichts der Finsternis dieser Welt nicht allein. Er gibt uns sein Evangelium und seine göttliche Kraft: « Wer einen aufnimmt, den ich senden werde, nimmt mich auf ».  Alles, was er uns gibt, kommt von seinem Vater, fügt er hinzu. Daher hat es göttliche Kraft.


 


Diese Macht der Liebe ist stärker als die Gewalt in der Welt.


 


Also, liebe Schwestern und Brüder, auch wir müssen heute Missionare sein, wie Jesus es uns an‘s Herz legt, um mit ihm das Licht in die Welt zu bringen, und dies besonders zu denen, die leiden und in Schwierigkeiten sind.


 


Danken wir Gott für das Vertrauen, das er uns schenkt und bitten wir mit ganzem Herzen, dass sein Licht die Dunkelheit in unserer Welt überwinde!


 


Amen. Halleluja!


 


 + Mgre Jean-Pierre Delville,


Ihr Bischof



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