Notre évêque nous parle

Tous les éditos > Die Gnade der Neuanfänge (01/01/2015)


Éditorial


Église de Liège


Januar-Februar 2015


 


 


Die Gnade der Neuanfänge


 


 


Liebe Mitchristen im Bistum Lüttich,


 


ich wünsche euch allen ein gutes und gesegnetes Jahr 2015!


Unsere Grenzen und Hoffnungen begleiten uns in das neue Jahr!


Wir vertrauen diese dem Herrn an, damit er sie mit seiner Gnade erfüllt im weihnachtlichen Geist, der uns Gott in einem Kind entdecken lässt, Gott in der Hoffnung des Lebens, ausgehend von den Kleinen und Armen.


Wenn wir unseren Angehörigen und Freunden unsere Neujahrswünsche übermitteln, wollen wir sie auch im Gebet mittragen, in der Gnade der Neuanfänge!


 


Ich freue mich, das Neue Jahr mit einem Friedensmarsch auf Initiative der Gemeinschaft Sant‘Egidio am 1. Januar in Lüttich zu beginnen. Es ist ein Augenblick der Hoffnung und des Glaubens in einer Welt, wo die Kriegslogik oft jegliche Friedenslogik verdrängt. Es ist ein Augenblick interreligiöser Begegnung in einer Welt, in der andere Überzeugungen mit großem Misstrauen behaftet werden. Es ist ein Augenblick des Gehens, der uns dazu bringt fortzuschreiten und Freundschaften auf dem Weg des Lebens aufzubauen. Es ist ein Augenblick der Solidarität in einer Welt, die von Unruhen und knappen finanziellen Mitteln gekennzeichnet ist. „Nicht länger Sklaven, sondern Brüder und Schwestern“, so lautet der Titel der Botschaft von Papst Franziskus zum Weltfriedenstag: Er fordert uns dazu auf, die neuen Formen von Sklaverei in unserer Welt mit der notwendigen Schärfe und im Sinne der Brüderlichkeit zu bekämpfen.


 


Der Monat Januar gibt uns auch Gelegenheit zum Gebet für die Einheit der Christen während der Gebetswoche, die zu diesem Thema stattfindet. Dieses wird in der vorliegenden Ausgabe von Église de Liège von Muriel d’Hoffschmidt deutlich erläutert. Die Einheit der Christen in ihrer Verschiedenartigkeit ist ein gegenseitiger Ansporn und ermutigt uns zum Dialog in der heutigen Welt.


 


Januar ist auch der Monat, in dem das Projekt der Vereinigung der verschiedenen diözesanen Dienste im bischöflichen Seminar, das von Mgr. Jousten initiiert wurde, einen erfolgreichen Abschluss findet. In diesem Projekt wurden Verantwortliche und Mitglieder der verschiedenen betroffenen Dienste mobilisiert. Konkret bedeutet dies sicherlich eine bessere Koordinierung der verschiedenen Abteilungen, die im Dienste des Bischofs stehen, aber vor allem auch eine bessere Koordinierung der Mission! Dank dieses neuen gemeinsamen Arbeitsortes im Seminar wird das Zusammensein meiner engeren Mitarbeiter gefördert und ihre Arbeit effizienter gestaltet. Somit wird unsere Kirche vor Ort ihre Strahlen in die Stadt und das gesamte Bistum ausbreiten.


 


Für mich beginnen im Januar die Pastoralbesuche im Bistum. Jeden Monat werde ich ein anderes Dekanat während fünf Tagen, von Mittwoch bis Sonntag, besuchen. Ich freue mich auf die Begegnung mit den christlichen Gemeinschaften und ihren Verantwortlichen in ihrem sozioökonomischen und kulturellen Rahmen, um sie dort in ihrer Vitalität zu entdecken und ihre Schwierigkeiten zu verstehen. Ich möchte diese Momente als Begegnung erleben, als Gebet und Einladung, Zeugnis zu geben. Dies wird uns helfen, die Gegenwart zu leben und die Zukunft für das gesamte Bistum vorzubereiten.


 


Am 1. Februar findet der Welttag des geweihten Lebens statt im Rahmen des Jahres des geweihten Lebens. In unserer Gesellschaft, die auf Materiellem, auf die Einzelperson und Reichtum aufbaut, scheint das religiöse Leben gegen den Strom zu schwimmen, wenn es das Spirituelle, die Gemeinschaft, die Gehorsamkeit und die Armut des Lebens aufwertet. Um das geweihte Leben besser verstehen und fördern zu können, wird der diözesane Ausschuss für das geweihte Leben jedem Pfarrverband vorschlagen, einen Ordensbruder, eine Ordensschwester oder eine andere geweihte Person im Laufe dieses Jahres einzuladen, um während der Sonntagsmessen Zeugnis abzulegen.


 


Liebe Mitchristen, im Lichte der Neuanfänge, das zu Beginn dieses Jahres strahlt, wollen wir unser Leben und unsere Kirche dem Herrn anvertrauen. „Für euch gilt: Was ihr von Anfang an gehört habt, soll in euch bleiben; wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, dann werdet auch ihr im Sohn und im Vater bleiben.“ (1 Johannes 2,24)


 


+ Jean-Pierre Delville


Euer Bischof



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