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Tous les éditos > Predigt 7. Sonntag nach Ostern (Joh. 17,1-11) - Firmung in Hauset (28/05/2017)


 


Predigt 7. Sonntag nach Ostern


Johannes 17,1-11


Firmung in Hauset


Jean-Pierre Delville, Bischof von Lüttich


 


Liebe Brüder und Schwestern,


Liebe Firmlinge,


 


ihr habt als Thema dieser Firmungseucharistie folgenden Satz genommen: « Wenn der Funke überspringt,  brenne ich für Gott und meine Mitmenschen ». Dieser Funke ist dem ähnlich, was die Apostel an Pfingsten gesehen haben. Die Apostelgeschichte erzählt hierzu was folgt: « Es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt » (Apg 2,2-3).


So begannen die Apostel vor Liebe zu brennen. Sie teilten ihren Glauben an Jesus und seine Liebe, die er uns schenkte. Heute erhaltet auch ihr diese Funken, diese Flammen aus Feuer, die den Heiligen Geist, den Geist Jesu, symbolisieren. Dank des Heiligen Geistes wird die Liebe Jesu sichtbar und gerät nicht in Vergessenheit. Dies ist, was wir im heutigen Evangelium vernehmen können, in dem Jesus zu seinem Vater betet und ihm sagt: „Lass jetzt die Liebe deines Sohnes erkennbar werden, damit ich auch deine Liebe als Vater sichtbar machen kann“ (Joh. 17,1).


Ja. Jesus möchte, dass seine Liebe sichtbar ist. Um dies zu erleben, habt ihr euch gut vorbereitet.


Ihr habt die Kraft des Geistes, die Kraft der Liebe entdeckt. Ein Leben ohne Geist, ohne Sinn, wäre ein trauriges Leben! Der Geist ist das, was uns Inspiration und Schwung gibt. So spricht man zum Beispiel von „Unternehmergeist“ für diejenigen, die es wagen, eine neue Firma zu gründen. In einer Gruppe sagt man, dass „ein guter Geist“ oder „ein schlechter Geist“ herrscht: Der Geist ist unsichtbar, aber er erfüllt die Mitglieder der Gruppe und schenkt der Gruppe Freude (den guten Geist) oder Traurigkeit (den schlechten Geist). Wenn jemand aufgeweckt ist oder schnell reagiert, sagt man: „Er ist geistreich!“ Wenn er langsam reagiert, sagt man: „Er ist geistlos!“. Aber was ist denn dieser Geist? Das ist das Geheimnis unserer Menschlichkeit, unserer Freiheit, unseres Verstands, unserer Kreativität, unserer Liebe. Es ist ein bisschen der Atem Gottes in uns. Und was ist dieser Atem Gottes, dieser Heilige Geist?


Dieser Geist Gottes ist schon unter uns: Er ist in den Personen, denen wir begegnen, in den Ereignissen, die wir erleben; und er ist sogar in uns und wird es in Zukunft noch mehr sein. Er inspiriert uns, belebt uns und bringt uns dazu zu lieben. Er ist sogar unser Beschützer, sagt Jesus, unser Helfer angesichts der Gefahren des Lebens. Der Geist bringt uns dazu, einen neuen Anfang zu wagen. Es ist wie zu Pfingsten: Die Jünger hatten sich eingesperrt und hatten Angst. Doch sie erhalten den heiligen Geist und trauen sich, hinauszugehen und ihren Glauben zu bekunden. Gleichermaßen machen wir die Erfahrung, dass Freunde unter uns den heiligen Geist empfangen, wo man doch hätte denken können, dass sie zu nichts mehr nütze seien! Um den Geist zu empfangen, müssen wir Christus treu bleiben: Er betet zum Vater für jeden von uns: „Vater“, sagt er, „Für sie bitte ich dich jetzt. Sie gehören dir, wie alles, was ich habe, dir gehört und alles, was du hast, auch mir gehört. Jesus ist auf jeden einzelnen von uns stolz. Er weiß, dass es uns auf dieser Welt gibt, und er betet zum Vater für uns. Er möchte, dass wir aus der Welt eine Zivilisation der Liebe machen. Diese geheimnisvolle menschliche Solidarität – die Freundschaft - ist die Botschaft der Christen von heute. Deshalb sind wir hier versammelt. Deshalb trifft sich die christliche Gemeinschaft in kleinen Gruppen, in Gebetsgruppen, in Selbsthilfegruppen … oder in großen Gruppen wie um Papst Franziskus. Bei Papst Franziskus springt der Funke auch über. Er verbreitet ein Feuer der Liebe. Er zögert nicht, die Mächtigen und Wichtigen dieser Welt zu treffen, um seinen Glauben zu bezeugen, wie er es am vergangenen Mittwoch tat beim Treffen mit Präsident Donald Trump, wo er ihm seine Botschaft von Frieden, Gewaltlosigkeit und Bewahrung der Schöpfung übermittelte. Der Präsident war beeindruckt. Er sagte, dass er die Worte des Papstes nicht vergessen würde. Hoffentlich!


Wir brauchen dieses Zusammensein, so wie Jesus es uns gezeigt hat, als er die Gruppe der 12 Jünger gebildet hat, und später, als er Menschenmengen um sich versammelt hat.


Liebe Firmlinge! Ihr habt die richtige Wahl getroffen! Ihr werdet jetzt durch die Handauflegung und die Salbung mit Chrisam den Heiligen Geist durch das Sakrament der Firmung empfangen. Dadurch wird euch die Kraft Jesu geschenkt, die über euren Kopf euer Herz berühren will. Sie schenkt euch eine neue Kraft, eine neue Freundschaft, die Kraft des Heiligen Geistes. Heute umgeben euch auch Jünger Jesu: eure Paten, eure Eltern, eure Großeltern, eure Familien und eure Freunde, eure Priester und eure Firmbegleiter. Sie gehen euch als Jünger Jesu voraus; sie haben bereits erfahren, dass der Weg Jesu ihr Herz verändert und ihnen erlaubt, echte Freundschaft zu leben. Mit ihnen könnt ihr euch engagieren, jetzt am Anfang eures bewusst persönlichen Lebens, als Jugendliche, die sich für ein besseres Leben, für eine Zivilisation der Liebe einsetzen.


Wir wollen dem Herrn für dieses schöne Fest, das er uns schenkt, danken. Lasst uns verbunden und eins bleiben im Glauben, um unseren Brüdern und Schwestern in der ganzen Welt zu dienen und um die Welt besser zu machen! Amen! Alleluja!


 


+ Jean-Pierre Delville, 


Euer Bischof.



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