Statuten des Priesterrates und des Kollegiums der Konsultoren im Bistum Lüttich

I.  Begriff und Aufgaben des Priesterrates

 

Artikel 1.

§ 1. Der Priesterrat ist die Versammlung der das Presbyterium repräsentierenden Priester, die wie der Senat des Bischofs ist. Er soll den Bischof gemäß dem Kirchenrecht bei der Leitung des Bistums wirksam unterstützen (vgl. can. 495 § 1).

§ 2. Der Bischof präsidiert den Priesterrat (vgl. can. 500 § 1), den er in allen wichtigen Fragen hören soll.

§ 3. Der Bischof muss den Priesterrat vor der Errichtung, Aufhebung oder Veränderung von Pfarren (vgl. can. 515 § 2) oder vor der Erhebung von Abgaben (vgl. can. 1236) anhören.

 

Artikel 2.

Der Priesterrat wählt unter den vom Bischof vorgeschlagenen Mitgliedern zwei Pfarrer, die dem Bischof bei der Prozedur der Versetzung oder der Amtsenthebung eines Pfarrers beratend zur Seite stehen (vgl. can. 1742 § 1 und 1750) ebenso bei der Prozedur der Amtsenthebung eines Pfarrassistenten.

 

Artikel 3.

Die Mitglieder des Priesterrates sind zur Konzelebration mit dem Diözesanbischof eingeladen bei der Chrisammesse, am Fest des hl. Lambertus und bei den Priesterweihen.

 

Artikel 4.

Bei Sedisvakanz erlischt der Priesterrat; seine Aufgaben übernimmt dann das Kollegium der Konsultoren (vgl. can. 501 § 2).

 

 

II.  Zusammensetzung

 

Artikel 5.

§ 1. Der Priesterrat wird für eine Dauer von fünf Jahren zusammengesetzt. Er besteht aus geborenen, gewählten und vom Bischof ernannten Mitgliedern.

§ 2. Geborene Mitglieder sind der Generalvikar, die Bischofsvikare und die Priester – Bischofsdelegierten sowie der Dekan des Kathedralkapitels. Sie sind wegen ihres Amtes im Priesterrat.

§ 3. Gewählt werden 22 Mitglieder: 7 unter ihnen sind von ihren Kollegen gewählte Dechanten; die 15 anderen werden von den Mitbrüdern gewählt.

§ 4. Der Bischof ernennt zusätzliche Mitglieder, falls er der Meinung ist, die Vielfalt des Presbyteriums müsse sich besser im Priesterrat widerspiegeln.

 

Artikel 6.

§ 1. Aktives Wahlrecht haben alle in der Diözese inkardinierten Priester sowie alle anderen Priester, die sich im Bistum aufhalten und dort ihre Haupttätigkeit ausüben.

§ 2. Wählbar sind nur die inkardinierten Priester, die im Bistum Lüttich wohnen, sowie die anderen Priester, die im Bistum wohnen und dort ihre Haupttätigkeit ausüben.

Artikel 7.

§ 1. Die von ihren Kollegen gewählten Dechanten gehören dem Priesterrat in ihrer Funktion als Dechanten an : Sorge um das materielle, moralische, geistliche und pastorale Wohl des Klerus ihres Dekanates sowie Förderung der Gesamtpastoral in ihrem Bezirk und in Übereinstimmung mit den diözesanen pastoralen Richtlinien.

§ 2. Einer der 7 gewählten Dechanten muss aus einem deutschsprachigen Dekanat kommen.

§ 3. Wenn ein gewählter Dechant sein Amt als Dechant verliert, ist er auch nicht mehr Mitglied des Priesterrates; die Dechanten wählen dann sobald wie möglich einen aus ihrem Kreis als Ersatzmann.

 

Artikel 8.

§ 1. Die anderen gewählten Priester werden entsprechend des Weihealters bestimmt; sie werden unter denen gewählt, die in ihrer Alterskategorie die höchste Anzahl Stimmen erhalten haben.

§ 2. Drei Priester werden gewählt unter denen, die am Wahltag weniger als 10 Weihejahre zählen.

§ 3. Fünf Priester werden gewählt unter denen, die am Wahltag zwischen 10 und 20 Weihejahre zählen.

§ 4. Vier Priester werden gewählt unter denen, die am Wahltag zwischen 21 und 30 Weihejahre zählen.

§ 5. Drei andere Priester werden schließlich gewählt unter denen, die am Wahltag mehr als 30 Weihejahre zählen.

 

Artikel 9.

Nichts verhindert, dass noch andere Dechanten als die von ihren Kollegen gewählten auf Grund der in Art. 8 genannten Kriterien gewählt werden.

 

Artikel 10.

Die Wahl der 15 Priester erfolgt schriftlich gemäß den in Sektion V der Statuten beschriebenen Modalitäten.

 

 

III.  Der Vorstand des Priesterrates

 

Artikel 11 bis 15: nicht übersetzt.

 

 

IV.  Arbeitsweise des Priesterrates

 

Artikel 16 bis 19: nicht übersetzt.

 

 

V.  Wahlmodus

 

Artikel 20.

Nach Anhörung des Kollegiums der Konsultoren bestimmt der Bischof einen Wahlausschuss.

 

Artikel 21.

§ 1. Die geheime Wahl der 7 Dechanten erfolgt mindestens 1 Monat vor den allgemeinen Wahlen.

§ 2. Sie erfolgt entweder im Laufe der Dechantenkonferenz oder per Briefwahl auf Initiative des Wahlausschusses.

§ 3. Alle Dechanten haben Wahlrecht und sind wählbar. Alle geben einem Deutschsprachigen eine Stimme.

§ 4. Die 7 Dechanten, unter ihnen der Deutschsprachige, mit der höchsten Stimmenzahl gelten als gewählt.

 

Artikel 22.

Der Wahlausschuss teilt den Priestern die Namen der 7 gewählten Dechanten mit. Sie werden auf der Priesterliste gestrichen, die den Priestern zugestellt wird.

 

Artikel 23.

Die geborenen Mitglieder des Priesterrates werden gleichfalls auf der Namenliste gestrichen.

 

Artikel 24.

Die wählbaren Priester werden auf der Liste nach ihrem Weihealter angeführt, wie dies in Artikel 8 erläutert wurde.

 

Artikel 25.

§ 1. Die Wähler, einschließlich Dechanten, erhalten 4 Wahlzettel entsprechend den festgelegten Alterskategorien.

§ 2. Jeder Wahlzettel enthält so viele auszufüllende Kästchen, wie Plätze zu besetzen sind. Jeder angekreuzte Name bedeutet 1 Stimme.

 

Artikel 26.

§ 1. Die Wahlzettel müssen vor dem auf ihnen angegebenen Datum beim Bistum ankommen. Alle später eintreffenden Wahlzettel sind ungültig.

§ 2. Wer nicht in den Priesterrat gewählt werden will, teilt dies dem Bischof bei der Rücksendung seiner Wahlzettel mit.

§ 3. Die Auszählung der Stimmen erfolgt unter der Verantwortung des Wahlausschusses.

§ 4. Gelten als gewählt die Priester mit der höchsten Stimmenzahl, und dies entsprechend der in jeder Kategorie vorgesehenen Anzahl Sitze. Die nächsten werden als Ersatzkandidaten eingetragen. Bei Stimmengleichheit innerhalb derselben Alterskategorie gilt der jüngere Kandidat als gewählt.

 

Artikel 27.

Die Gewählten werden durch den Wahlausschluss benachrichtigt.

 

Artikel 28.

Im Streitfall bezüglich der Wahlen ist ein Einspruch beim Bischof innerhalb von 1 Monat nach der Veröffentlichung der Ergebnisse in "Église de Liège" möglich. Die Parteien haben dann Zugang zum Wahldossier.

 

VI.  Das Kollegium der Konsultoren

Vgl. Codex cann. 502; 272; 382; 419; 1018 und 1277.

Artikel 29 bis 34 : nicht übersetzt.

 

VII.  Statuten

 

Artikel 35 bis 37: nicht übersetzt.