Notre évêque nous parle

Tous les éditos > Die Ferien : eine Pforte zum Universellen (01/07/2015)


Liebe Mitchristen im Bistum Lüttich,


 


schon sind die Sommermonate da und läuten die Ferienzeit ein! Ich wünsche Ihnen allen etwas Erholung in diesen Monaten. Vielleicht haben Sie Möglichkeit, etwas zu unternehmen oder zu reisen? Die Ferien sind ein privilegierter Augenblick, um die Welt, andere Kulturen, andere Länder, andere Sprachen zu entdecken. „Reise“ ist mit dem Wort „Pilgerreise“ eng verwandt. Oft beinhaltet eine Reise auch einen Moment des Pilgerns, der Spiritualität, der spirituellen Entdeckung. Ich lade Sie dazu ein, diesen Moment zu entdecken oder auch ihn hervorzurufen. Ich lade Sie dazu ein, die Meditation neu zu entdecken: Es ist wichtig, in Gottes Anwesenheit innezuhalten und sich ihm anzuvertrauen. In der heutigen Welt, wo sich alles um eine Menge von Aktivitäten und materielle Dinge in unserem Leben dreht, ist es wichtig, in Gottes Gnade und in seinem Wort, die uns in unserem tiefsten Inneren erreichen, neue Kraft zu schöpfen.


 


Die Ferien sind eine Pforte zum Universellen. Wir kommen mit fremden Ländern und insbesondere mit den Ländern im Süden in Kontakt. Dort herrschen in den letzten Monaten schreckliche Konflikte, die viele Völker zur Flucht und Asylsuche treiben. Die Lage der Migranten ist alarmierend und fordert uns täglich in Bezug auf die Aufnahmemöglichkeiten in unserem Land heraus. Daher bereiten die Bischöfe in Belgien eine schriftliche Überlegung zu diesem Thema vor, die im nächsten Herbst veröffentlicht wird.


 


Bereits in diesem Sommer schlägt Papst Franziskus uns eine Überlegung zum Thema Ökologie in der Enzyklika vor, die zurzeit veröffentlicht wird. An zahlreichen Orten in der Welt gibt es Angriffe auf die Umwelt. Ich erhielt kürzlich ein direktes Zeugnis darüber durch unseren Mitbruder Jean-Marie Boxus, der in Erwartung der Ernennung eines Bischofs Apostolischer Administrator des Bistums Zacapa in Guatemala ist und dem ich bei seinem Besuch in Belgien begegnet bin. Er erklärte mir, wie in seinem Bistum die Bäume gefällt werden, um Kaffee anzubauen oder Vieh zu halten. Der Wald wird zerstört und die Indianer vertrieben, deren Gebiet immer kleiner wird. Bei uns handelt es sich hier auch um das Problem der Nuklearenergie und der erneuerbaren Energien im weiteren Sinne. Der Papst führt uns auf einen neuen Weg der sozialen Lehre der Kirche, die es dort, wo wir leben, auszubauen und umzusetzen gilt.


 


In einem noch weiteren Sinne lädt Papst Franziskus uns zu einem Jubeljahr ein, in dem die Barmherzigkeit vom 8. Dezember 2015 (Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens) bis zum 20. November 2016 (Christkönigssonntag) im Mittelpunkt steht. Der Titel der Verkündigungsbulle des außergewöhnlichen Jubiläums der Barmherzigkeit lautet Misericordiae vultus (Das Antlitz der Barmherzigkeit), denn, so schreibt der Papst, „Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters“. Weiterhin schreibt er: „Barmherzig wie der Vater ist also das Leitwort des Heiligen Jahres. In der Barmherzigkeit haben wir den Nachweis, wie Gott liebt.“ (§14) In diesem Jahr der Barmherzigkeit fordert er uns zu konkreten Schritten auf: „In diesem Heiligen Jahr können wir die Erfahrung machen, wie es ist, wenn wir unsere Herzen öffnen für alle, die an den unterschiedlichsten existenziellen Peripherien leben, die die moderne Welt in oft dramatischer Weise hervorbringt.“ (§15) In den Diözesen wird dieses Jahr am 13. Dezember 2015 (3. Adventssonntag) eröffnet. Die Initiative„ 24 Stunden für den Herrn “, die am Freitag und Samstag vor dem 4. Fastensonntag (4.-5. März 2016) gefeiert wird, soll in den Diözesen verstärkt werden. (§17) Bitte notieren Sie bereits jetzt diese Daten im Pastoralkalender Ihrer Gemeinschaften.


 


In der Zwischenzeit wünsche ich euch allen eine schöne Ferienzeit!


 


 


Jean-Pierre Delville, euer Bischof



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